Historie
Von 1946 bis heute:
Karneval in Schönau.
Unsere Geschichte begann noch vor der Gründung der Karnevalsgesellschaft. Aus Gesang, Theater, Humor und Gemeinschaft entwickelte sich eine Tradition, die Schönau bis heute prägt.
- 1946
- Quartettverein
- 1947
- Erster karnevalistischer Ball
- 1950
- Erste regelmäßige Sitzung
01 · Die Anfänge
1946–1950
Wie aus einem Quartettverein Karneval wurde
Es war in den Nachkriegsjahren ab 1946. Längst waren nicht alle aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Eine kleine Schar sangestüchtiger Männer scharte sich zusammen. Man gründete einen Quartettverein, der erstens das deutsche Lied pflegen sollte, zweitens sich aber auch zum Ziel gesetzt hatte, geselliges Feiern und echten Humor zu fördern.
Das Quartett und der Gesangsverein hatten viele ihrer Ziele erreicht. Theater war in Schönau schon in sehr frühen Jahren (vor 1900) gespielt worden, sei es „Parzifal von Richard Wagner“ unter der Leitung von Herrn Pastor Weissenfeld oder aber Theaterstücke bei Tondorfs (jetzt Kupferkessel) oder „a Mölle Franze“ (jetzt Erftstube). Kurz gesagt, Theater in Schönau war in der ganzen Region sehr bekannt und die Veranstaltungen waren stets ausverkauft und somit ein voller Erfolg für den spielenden Dorfverein.
Doch jetzt plante das Quartett in Schönau etwas Neues. Man hatte sich immer wieder erzählen lassen, dass man in Köln ganz ausgelassen Karneval feiern würde.
Und so kam es, das erstmals 1947 an Weiberdonnerstag ein Ball mit karnevalistischen Einlagen stattfand. Der Karneval in Schönau war geboren. An der Spitze Präsident Rudi Müller. Der Elferrat bestand damals aus 3 Männern Theo Schooß, Helmut Müller und Theo Schnichels.
1950 fand die erste Sitzung des Karnevalsvereins statt und ab diesem Jahr regelmäßig. Dem Karnevalsverein gehörten außer dem Quartett aus den Dorfvereinen eine oder mehrere Personen an. Die Zahl der Personen, die das Publikum erfreuten, stieg von Jahr zu Jahr. Man stelle sich vor, dass die Sitzung auch damals schon 5 Stunden Programm hatte. Es ließen sich viele begeistern zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen.
So kam es auch, dass man am Rosenmontag in närrischen Kostümen ausgelassen durchs Dorf zog. In den folgenden Jahren bildete man aus den Dorfvereinen Gruppen, die jeweils einen Wagen bauten oder als Fußgruppe am Rosenmontagszug teilnahmen. Anders als in den Anfangsjahren waren diese Rosenmontagszüge schon organisiert.
Der Verein ist, mit seinem Gründungsjahr 1950, nach der 1 Jahr älteren „Prinzengarde Arloff-Kirspenich“ die älteste Karnevalsgesellschaft im Stadgebiet Bad Münstereifel.
02 · Tollitäten
Prinzen, Paare und Dreigestirne.
Namen, Jahre und Aufnahmen aus dem historischen Bestand. Nicht jede Session ist fotografisch überliefert – die erhaltenen Bilder zeigen deshalb bewusst eine gewachsene Vereinsgeschichte und keine künstlich geschlossene Chronik.
Prinz Wilfried I. (Weber)
Prinz Johannes I. (Breuer)
Prinz Anton I. (Ohlert)
Kronprinz Johannes II. (Schnichels) – im Alter von 4 Jahren.
Prinz Matthias I. (Schumacher)
Prinzenpaar: Prinz Manfred I. (Mahlberg) & Prinzessin Elfriede
Prinz Berthold I. (Tondorf)
Prinz Berthold II. (Tondorf)
Sr. Tollität Vinzenz I. (Müller)
Prinz Karl-Heinz I. (Dederichs)
Prinzenpaar: Prinz Ernst I. & Prinzessin Anne
Prinz Edmund I. (Lückenbach)
Prinz Johannes II. (Mahlberg)
Prinzenpaar: Prinz Gerhard I. (Wiesenberg) & Prinzessin Marga
Prinz Franz I. (Lückenbach)
Prinz Toni I. (Becker) + Kinderprinzenpaar: Uli Becker & Maria Schumacher (Elbert)
Prinz Franz II. (Lückerath)
Prinz Manfred I. (Prinz) & Prinzessin Ingrid (Neschen)
Prinz Sr. Tollität Hans I. (Gemünd)
Prinzenpaar: Prinz Johannes III. (Mahlberg) & Prinzessin Anna
Dreigestirn: Prinz Elli I., Bauer Leni, Jungfrau Gerta
Prinzenpaar: Prinz Edmund II. (Breuer) & Prinzessin Maria
Dreigestirn: Prinz Hans Joachim I., Bauer Günter, Jungfrau Wilhelmine
Dreigestirn: Prinz Engelbert I., Bauer Josef, Jungfrau Karl(a)
Prinzenpaar: Hans Dieter I. & Ursel (Strucks)
Prinzenpaar: Prinz Michel I. (Dormagen) & Prinzessin Dorothea
Prinzenpaar: Prinz Robert I. & Prinzessin Stefanie (Mahlberg)
Dreigestirn: Prinz Willi I., Bauer Frank, Jungfrau Dietlinde
Dreigestirn
Dreigestirn: Prinz Hans II., Bauer Willi, Jungfrau Sieglinde
Dreigestirn: Prinz Siegfried I., Bauer Willi, Jungfrau Waltraud + Kinderprinz Alexander I.
Dreigestirn: Prinz Achim II., Bauer Robert, Jungfrau Leona
Dreigestirn: Prinz Norbert I., Bauer Udo, Jungfrau Delia
Dreigestirn: Prinz Hubert I., Bauer Jupp, Jungfrau Raffaela
Dreigestirn: Prinz Dorothee I., Bauer Heike, Jungfrau Iris + Kinder-Dreigestirn Jens I., Maximilian, Jasmin
Dreigestirn: Prinz Michel II., Bauer Wieland, Jungfrau Petra
Dreigestirn: Prinz Arndt I. (Schmitz), Jungfrau Astrid, Bauer Detlef (Binzenbach)
Dreigestirn: Prinz Andrea I. (Schumacher), Jungfrau Tanja (Düster), Bauer Andrea (Schumacher)
Dreigestirn: Prinz Alexander I. (Müller), Jungfrau Mark, Bauer Thomas (Engler)
Dreigestirn: Prinz Monique I. (Mahlberg), Jungfrau Vanessa (Müller), Bauer Lara (Schumacher)
Prinz: Prinz Martin I. (Dormagen)
03 · Auftrittskräfte
Die Menschen auf unserer Bühne.
Tanz, Musik, Bütt und Kinderkarneval haben die Schönauer Sitzungen über Jahrzehnte geprägt.
Tanz
Prinzengarde mit erstem Tanzoffizier Franz Gassen – Tanzmariechen Hedwig Breuer
Kindertanzgruppe „Kinderballett Schönau“ → später Funkengarde Weiß-Rot / Showtanzgruppe Brazil
Erster Auftritt Männerballett der KG Erfttrabanten Schönau
Mini-Garde „Rot-Weiß“ (4–10 Jahre)
Funkengarde „Weiß-Gold“ → „Rot-Gold“ → „Lollypops“
Peter Sasowski – ältestes noch aktives männliches Tanzmariechen
Showtanzgruppe „Seven up“
Die „(Ur-)Höppemötzje“
Solomariechen Carina Breuer (11 Jahre)
Musik
Rudi Müller & Hubert Hamacher – u.a. Schönauer Heimatlied
Wilhelm Lückenbach – Gesang über das Dorfgeschehen
Eifellandfunken Schönau-Mutscheid (Musikzug + Tanzgruppe)
Eefach Esu (bis 1998) – musikalische Begleitung Dreigestirn
Büttenreden
Karl Fass · Theo Schnichels · Hedwig Hochgürtel · Agnes Zimmer · Bert Neunheuser · Wilfried Weber
Jakob Mießeler
Helmut Duell als „Ärme Deuvel“
„M und Mchen“ (Michael Dormagen & Achim Weber)
Kinderkarneval
Klaus & Kläuschen (Thomas Engler / Thomas Dormagen)
„Coole Band“ – Playback-Band im Kinderkarneval
04 · Unser Liedgut
Karnevalslied von Rudi Müller · 1950er Jahre
Schönau an der Erft so klein
Ein Stück Schönauer Karnevalsgeschichte – als historischer Liedtext bewahrt und heute wieder hörbar gemacht.
dann merk mö langsam witt on bret
an dem Dröck on an dem Änn
dat bald könnt Fastelovend senn.
All Keste wären usjerümb
on mött menejem Läppche blau jeblömb,
dat dann wit örusjölät
witt Fastöler sich staats jemäht.
Schönau an der Erft so klein,
ist für uns das Köln am Rhein
bei lachenden Mädchen und feurigem Wein,
ja bei uns soll Stimmung sein.
Ö Fess im Joa wo vell jölaach
dat ös bei os der Wievedach
dann witt jöhex, jölach, jöjux
on menije Mann witt dann jöknuz.
Dann senn die Wieve us Rand und Bamd
mött Fisternöll un allerhand
on han sö dann ene schöne Schwips
schnegge sö aff däm Mann dö Schlips.
Schönau an der Erft so klein...
Dös owends su öm ellef no ach
wea hätt dat von dä Tant jödach,
off em Ponejel odde em Frack
alles hätt sich en de Ärm jepack,
dö Elferot treck en dö Saal örenn
on dä Prinz schwenk fruh ö juht Jlas Weng,
Ämüsemang fue dö janze Fastelowendskönne
on dä Präsident röf: Dreimol Schönne.
Schönau an der Erft so klein...
No dä Sitzung jeht öt drömm:
Schiebe, Walze lenks öröm.
Huwels Anton sät, ich kan de kawire,
Vompe Dröckche kann ene danze liere.
Trudels Karl senge Kniesprong zech,
schnuf dörch dö Saal on bromsch wie en Fleg
met Jösang on met Jösumm
on Kretschtön von dö Kapelle "Bumm, bumm".
Schönau an der Erft so klein...